Archivio Conferenze · Archiv Vorträge 2007
in Kooperation mit der Hildesheimer Volkshochschule
06.12.07
Die vielen Götter und der Eine – Rom und die ersten Christen
Lichtbildervortrag von Manfred Blank, Hildesheim
Donnerstag, 6. Dezember, 19:30 Uhr, Riedelsaal der Volkshochschule Pfaffenstieg 4
Unser Bild von den ersten Christen in Rom ist meist einseitig von historischen Romanen wie „Quo vadis?“ u.ä. sowie deren filmischer Umsetzung geprägt. Dabei rücken die Christenverfolgungen durch die römischen Kaiser derart in den Mittelpunkt, dass alle anderen Bereiche davon überlagert werden. Im Zentrum des Vortrags sollen nicht nur die Auseinandersetzungen mit der auf öffentlich-moralische Ordnung bedachten römischen Obrigkeit stehen, sondern auch die Einbindung der Christen in die von vielen gesellschaftlichen Gruppen bestimmte Lebensgemeinschaft. Ein Blick auf die römische Götterwelt mit ihren fest institutionalisierten Kulten macht die Schwierigkeiten deutlich, unter denen sich die neu aufkommende Gemeinschaft der Christen allmählich zu behaupten lernte. (zen)
9.11.07
Ravenna und die Kunst zwischen Frühchristentum und Mittelalter
Lichtbildervortrag von Richard-Konstantin Blasy, München
Freitag, 9. November, 19:30 Uhr, Riedelsaal der Volkshochschule Pfaffenstieg 4
Ravenna, das in römischer Zeit in das Licht der Geschichte trat und durch Augustus zum Hafenzentrum der „Classis Ravenensis“ bestimmt wurde, war in der Spätantike zu einem der bedeutenden Kunst- und Kulturzentren des Abendlandes aufgestiegen. Anfang des 5. Jhdt. war es Residenz des weströmischen Kaisers Honorius und ab 493 Hauptstadt der Ostgoten unter Theoderich. 539 wurde es zum Hauptzentrum byzantinischer Kultur in Italien und trat zeitweilig ranggleich neben Konstantinopel. In den Denkmälern der Stadt aus dem 5. und 6. Jhdt. tritt ein Reichtum entgegen, der in seiner Art und Fülle keine Parallele hat. Der Vortrag stellt die Kirchen wie S. Giovanni Evangelista, das Baptisterium der Orthodoxen aus der Zeit Galla Placidias, das Baptisterium der Arianer, die Kirche S. Apollinare Nuovo und das Mausoleum Theoderischs aus ostgotischer Zeit vor. Faszinierend sind auch die unter Junstinian d. Gr. erbauten Kirchen S. Vitale und S. Apollinare in Classe. Und allem gibt das typische byzantinische Goldmosaik jene unverwechselbare und geheimnisvoll anmutende Aura, in der sich für das damalige Verständnis der Widerschein des Göttlichen offenbart. (zen)
11.10.07
Die andere Perspektive - mit dem Faltboot unterwegs in Venedig
Lichtbildervortrag von Christoph Damm, Hannover
Donnerstag, 11. Oktober, 19:30 Uhr, Riedelsaal der Volkshochschule Pfaffenstieg 4
Wer hat je die erträumte Fahrt mit dem eigenen Boot jenseits der Touristengondel oder dem Vaporetto unternommen? Mit einem gewöhnlichen Faltboot lassen sich Streifzüge und Erkundigungen auf den „Straßen voller Wasser“ unternehmen. Von der Hauptarterie der Stadt, dem Canale Grande mit seinem geschäftigen Verkehr, zweigen venengleich all die kleineren Kanäle ab. Einer führt genau unter der Kirche Santo Stefano hindurch, andere sind so schmal, dass sie nur ganz kleinen Booten mit sanftem Paddelschlag das Vordringen in völlig unbekannte Ecken der Lagunenstadt ermöglichen. Und gar nicht weit vom Markusplatz beginnt das größte Feuchtbiotop Italiens, die weite Wasserwelt der Lagune. Im Norden finden sich Schlammbänke, Salzwiesen, Inselwelten wie Burano und Torcello. Im Süden liegen die langen Streifen der Lidi mit den starkströmigen Durchlässen zur Adria bis zu den Türmen von Chioggia. Und weil die Kanäle so eng sind und man in der flachen Lagune fast stehen kann, ist ein Faltboot eine ideale, billige und ungewöhnliche Möglichkeit, die schönste Stadt der Welt von der Wasserseite zu erleben. Mit dem Faltboot kommt man (beinahe) überall hin! (zen)
28.09.07
Walshausen - Eine italienische Villa vor den Toren Hildesheims
Dr. Nico Strube, Hildesheim,
Freitag, 28. September, 19:30 Uhr, Riedelsaal der Volkshochschule Pfaffenstieg 4
Aus Anlass des Abschlusses der Sanierungsarbeiten auf dem Gut Walshausen, die der Laves-Villa, dem Englischen Garten und den Wirtschaftsgebäuden galten und in der Wiedergewinnung des historischen Gewächshauses gipfelten, möchte der Referent, der im Vorstans des Fördervereins Walshausen die Restaurierungsphasen mit initiiert und begleitet hat, das architektonische und gartenkünstlerische Kleinod in seiner wiedergewonnenen Schönheit präsentieren.
Im historischen Rückgriff auf den Architekten, den Klassizisten Georg
Ludwig Friedrich Laves, und auf die Bauherrin, die Gräfin Sophie Charlotte
von Schwicheldt, die eine ausgewiesene Italienverehrerin war, wird der Blick
frei auf eine späte Rezeption der italienischen Villegiatura und auf Bezüge
und Zitate der Villenarchitektur Andrea Palladios im Veneto.
Am Samstag, den 6. Okt.07 wird um 11 Uhr eine Führung durch Walshausen
angeboten.
19.09.07
„italienisch Flirten“ und „italienisch Fluchen“
Buchvorstellung von Dr. Michele Lodeserto, Hildesheim,
Mittwoch, 19. September, 19:30 Uhr, Cafe com der VHS, Pfaffenstieg 4 (Eintritt frei)
Was fehlt immer den deutschen Urlaubern, wenn sie nach Italien fahren? Überlegen
Sie einen Augenblick.
Was müssen Sie auf jeden Fall mitnehmen, um gute Ferien zu verbringen?
Ein Wörterbuch? Natürlich…. Badeanzug, Sonnencreme? Auf
jeden Fall...Aber... Versuchen Sie, sich am Strand oder auf der Terrasse
eines gemütlichen Eiscafés vorzustellen.
Erste Situation: jemand kommt und will Sie stören.. Wie nervig! Sie
möchten etwas sagen, aber leider fehlen Ihnen die Wörter...
Zweite Situation: eine hübsche Frau oder ein hübscher Mann geht
an Ihnen vorbei. Diese Person ist vielleicht der Partner Ihres Lebens...
Vielleicht ist das Ihre einzige Chance, mit ihr/ihm in Kontakt zu treten….
Aber noch einmal, was möchten Sie sagen?
Machen Sie sich keine Sorgen mehr. Dr. Michele Lodeserto hat für Sie
die Lösungen in zwei kleinen Büchern, die Sie überall mitnehmen
können, niedergeschrieben. An diesem Abend werden die beiden Bücher
vom Autor vorgestellt: (zen)
Italienisch flirten (ab Juni 07): ISBN-978-3-8218-4982-9
Italienisch schimpfen : ISBN-978-3-8218-4952-2
6.09.07
Laokoon. Der stille Schrei
Barbara Link, Borchen,
Donnerstag, 6. September, 19:30 Uhr, Riedelsaal der Volkshochschule Pfaffenstieg 4
In einer römischen Vigna auf dem Hügel Oppius bricht ein Weinberg
ein und Teile einer riesigen Marmorgruppe werden sichtbar. Die Sensationsnachricht
dringt bis zu Julius II Rovere, der keine geringeren als Michelangelo Buonarotti
und Sangallo entsendet, den Fund zu sichten. Schon in die Grube geklettert,
erkennen beide Künstler eine Gruppe des Laokoon und seiner Söhne,
im Sterben vor und für Troja die Heimatstadt beweinend vor sich zu haben.
In einem Triumphzug wird die Gruppe in den Vatikan überführt und
im Belvedere beheimatet. Von dort tönt der priesterliche stille Schrei
des Laokoon immerfort.
So oder ähnlich beginnt die unvergleichliche Wirkungsgeschichte einer
kaiserzeitlichen Marmorkopie einer untergegangenen hellenistischen Bronze.
Der Reigen derer, die von diesem Laokoon aus lernend handeln, reicht von
Michelangelo bis Ludwig Pollak, der in Rom jenes Marmorfragment eines Ellenbogens
fand, das er Laokoon zuordnete und dem Vatikan überließ. Pollak,
der am Sabato Nero aus Rom verschleppt, vermutlich in oder vor Ausschwitz
gestorben ist, ist der Vortrag gewidmet.(zen)
12.07.07
Apollo und Daphne: Die Rache des Liebesgotts Amor; Ovid, Metamorphosen, Vol. II, Buch I, 452-567
Dr. Günther Baeck, Hildeshei,
Donnerstag, 12. Juli, 19:30 Uhr, Cafe com der VHS, Pfaffenstieg 4 (Eintritt frei)
Was ist geschehen? Apollo hat die Pythonschlange durch mehrere Pfeile getötet und prahlt gegenüber dem Gott Amor, über den er sich lustig macht. Der beleidigte Liebesgott rächt sich gewaltig. Apollo, der in der Götterwelt der Griechen und Römer eine herausragende Rolle spielt, wird vom spitzen und vergoldeten Liebespfeil des Gottes Amor getroffen. Gleichzeitig feuert Amor einen stumpfen und bleiernen Pfeil auf die Waldnymphe Daphne ab, die schon Jahre vorher ihren Vater um die Gnade ewiger Jungfräulichkeit angefleht hatte. Der bleierne stumpfe Pfeil ist ein Antiliebespfeil. Er nimmt also einen etwaigen Restbestand der Liebe noch weg. Amor bewirkt, dass Apollo sich in die Nymphe verliebt. Er ist jetzt nur noch leidenschaftliches Verlangen. Seine 200 Kultbezeichnungen machen auf Daphne keinen Eindruck, sie läuft vor ihm weg. Apollo liebt und begehrt sie ohne Maß. Er verfolgt sie, doch beim Berühren der Brüste hat er Borke in den Händen, und aus ihren Fingern sprießen metallisch glänzende Blätter hervor; ihr Körper verwandelt sich in einen Lorbeerbaum. Apollo sieht ein, dass er Daphnes Liebe nicht gewinnen konnte. Stattdessen aber kann er als Anführer der Musen ihr, bzw. dem Baum, eine höhere Aufgabe und Weihe übertragen. (zen)
1.06.07
„Kennst Du das Land...?“ Vortrag über das Italien von „heute“ und wie es entstanden ist
Karl-Heinz Scholz, Fulda,
Freitag, 1. Juni 19:30 Uhr, Riedelsaal der Volkshochschule Pfaffenstieg 4
Italien – viele kennen es, die meisten sind schon da gewesen: von den Bildungsbürgern und Künstlern des 19. Jhdts. bis zu den Touristenscharen unserer Tage. Antike, Renaissance, Kunst, Kultur, Küche, aber auch die Sehnsucht nach Sonne, der „Kunst zu leben“ und dem vermeintlichen „dolce far niente“ sind Gründe, die uns immer wieder über die Alpen in das „bel paese“ ziehen. Aber was wissen wir über das „heutige“ Italien? Wir hören und lesen von Skandalen, Korruption, der Mafia, endlosen Regierungskrisen, einem mächtigen und zwielichtigen Regierungschef, der zwar inzwischen abgelöst ist, aber immer wieder „Nachbeben“ erzeugt. Trotzdem ist das Land seit 60 Jahren eine funktionierende und stabile Demokratie, die kaum in Gefahr ist, in den Abgrund zu stürzen. Der Vortragende will, ausgehend von zwei geschichtlichen Epochen Italiens, das heutige Regierungs- und Verwaltungssystem vorstellen, die Parteienlandschaft beleuchten und versuchen, die aktuelle politische Lage des Landes darzustellen. (zen)
4.05.07
Apulien - das Land der tausend Gesichter
Helmut Müller, Ratingen,
Freitag, 4. Mai, 19:30 Uhr, Riedelsaal der Volkshochschule Pfaffenstieg 4
Lange eine vergessene Region im Herzen des Mittelmeeres, da auch Goethe
keine Notiz nahm von der Kultur zwischen Absatz und Sporn des italienischen „Stiefels“.
Heute wohlbekannt, aber so reich an angenehmen Überraschungen, dass
es zu Recht berühmt ist, bietet es doch eine außergewöhnliche
Fülle von verschiedenen Landschaftsbildern.
Die Buchten an der Küste mit ihrem klaren Wasser bilden einen Kontrast
zum rauhen, steinigen Landesinnern, die riesigen, eintönigen Kornfelder
des Tavoliere wechseln mit Olivenbäumen ab. Wie geheimnisvoll,
versteinerten Zelten gleich, die Trulli. Die Landschaft wird noch bereichert
durch geschichtliche und kunsthistorische Schätze von besonderer Bedeutung:
Dem Reiz des Castel del Monte, den geheimnisumwobenen, vorgeschichtlichen
Denkmälern bis zum Zauber der romanischen Kirchen. (zen)
20.04.07
„Rossinissimo“ – Giacchino Rossini zwischen Grand Opera und Küche
Sabine Sonntag, Hannover,
Freitag, 20. April April, 19:30 Uhr, Riedelsaal der Volkshochschule Pfaffenstieg 4
Die Werke, die Gioacchino Rossini nach 1830 erfand, finden sich nicht in Partituren, sondern in Kochbüchern. Auf dem Höhepunkt seines Opernschaffens hörte er auf zu komponieren und stellte sich an den Kochherd. 38 Jahre lang. Die Tournedos Rossini sind mindestens ebenso berühmt wie sein „Barbier von Sevilla“. Was typisch Rossini ist, in den Tempeln der Opernfreunde ebenso wie in denen der Gourmets, darüber berichtet der Vortrag. Wir diskutieren die Zutaten der Bouillon mit Trüffeleinlage einerseits und das Rezept des typischen Rossini-Crescendos andererseits. (zen)
16.03.07
Wie werd’ ich Kardinal? Eine Einführung in barockes Karrieremanagement
Dr. Arne Karsten, Humboldt Universität Berlin / Hildesheim;
Freitag, 16. März, 19:30 Uhr, Riedelsaal der Volkshochschule Pfaffenstieg 4
Bernardino Spada (1594–1661) gelang, aus kleinen Verhältnissen stammend, im Rom des 17. Jahrhunderts eine glänzende Karriere, die ihn als päpstlichen Botschafter nach Paris, als Verwaltungschef nach Bologna, schließlich sogar ins Kardinalskollegium führte. Als „graue Eminenz“ gehörte er zu den einflussreichsten Persönlichkeiten an der Kurie zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Der Vortrag schildert Spadas Laufbahn und ihre politischen und sozialen Voraussetzungen. Dargestellt werden die päpstliche Herrschaftsorganisation in dieser Epoche, das Verhältnis von Kirche und Staat, die Rolle der Familie, die Funktion von Kunstförderung und Kulturpatronage. Auf diese Weise entsteht ein lebendiges Bild des barocken Rom und der Welt des Vatikan. Dr. Arne Karsten, 1969 in Hildesheim geboren, lehrt Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist Mitarbeiter des Forschungsprojektes „REQUIEM – Die römischen Papst- und Kardinalsgräber der Frühen Neuzeit“. (zen)
15.02.07
Venezianischer Karneval
Irmgard Bogenstahl, Hannover,
Donnerstag, 15. Februar, 19:30 Uhr, Godehardsaal, Hückedahl 12
Jahrhundertealte Tradition und bunter Trubel eines Volksfestes verbinden sich im venezianischen Karneval. Keine Büttenreden, Orden oder Umzüge in den Straßen, sondern Phantasie und Farben bestimmen dieses Fest. Nach fast zweihundertjähriger Pause wurde der „Carnevale veneziano“ in den 80er Jahren neu belebt, und er zieht, wie schon in den Jahrhunderten vor dem napoleonischen Verbot, Zehntausende in die Lagunenstadt. Damals wie heute sind inmitten einer einzigartigen Kulisse die Kostüme der Commedia dell’Arte neben den Adelsroben alter Venezianer und den phantasievollen Einzelanfertigungen zu bewundern. (zen)
19.01.07
Gaius Julius Caesar, Staatsmann - Feldherr - Schriftsteller
Dr. Stefan Elbern, Bad Frankenhausen,
Freitag, 19. Januar, 19:30 Uhr, Riedelsaal der Volkshochschule Pfaffenstieg 4
Er war einer der faszinierendsten Gestalten und eines der vielseitigsten Genies der Weltgeschichte – G. Julias Caesar, der bedeutendste aller Römer. Als Politiker wies er dem römischen Staatswesen den Weg aus seiner strukturellen Krise, auch wenn seine Ermordung an den Iden des März 44 v. Chr. sein Werk unvollendet ließ. Als Feldherr eroberte er Gallien und gab so dem heutigen Frankreich die romanische Prägung. Als Schriftsteller wirkt er mit seinem „Gallischen Krieg“ bis heute als Schulautor fort. Seiner Ausstrahlung erlagen bereits die Zeitgenossen - u.a. die junge Königin Kleopatra. Die Geschichte hat ihm nicht den Titel eines „Großen“ verliehen – aber sein Name wurde als „Kaiser“ und „Zar“ zum Begriff für die höchste Würde auf Erden. (zen)
